Von Titten, Polit-Musicals und Polyg’schichtln
Zum Start ins neue Jahr melden wir uns nach einer zweimonatigen Pause wieder zurück und bringen ein im Rahmen von FRAME_in ein abwechslungsreiches Kurzfilmprogramm auf die Leinwand im Schikaneder am Mittwoch 19.01. um 19 Uhr.

Die Filme regen auf und regen an. Mit „Red Lips“ tauchen wir in die Problematik der Gefängnisindustrie im Kontext verschiedener Diskriminierungsebenen ein. Der „Film Pashke & Sofia“ thematisiert Genderrollen in Albanien und deren Konstruiertheit. In „Butch Tits“ diskutieren Butches ihre Beziehungen zu ihren Titten oder anders ausgedückt: „Butches talk breasts“. Um Beziehungen oder Polygschichtln geht es in „Ferien in Schlampenau“, ein Camp das als Schlampolygarchutopie bezeichnet wird. Das Programm wird mit dem wunderbar kritischen Polit-Musical „Cry alliance of our hatred“ abgerundet.
Cry Alliance of our hatred (Lasse Långstrom/ Leo Palmestål, Schweden 2011, 5 min.)
Red Lips – Cages of Black Girls (Keisha Williams, Kanada 2010, 18 min.)
Butch Tits (Jen Crothers, Kanada 2010, 4 min.)
Pashke and Sofia (Karin Michalski, Deutschland 2003, 30 min.)
Ferien in Schlampenau (Ann Antidote/ Roderick, Deutschland 2010, 19 min.)
Kommt und staunt, reflektiert und lacht mit uns!
Von theoretischer Auseinandersetzung und performativer Praxis
FRAME_in doc_ment_in genderf*ck_in meldet sich zurück aus der Sommerpause!! Das nächste Screening findet am Mittwoch, den 19.10.2011 um 19:00 Uhr im Schikaneder statt. Wie immer bei freier Spende.

rampenfiber. der film
(Doku, büro arbiträr, Bea Bösiger & Roland de Roo, Ö 2009, dt./engl. OV.)
Der Film, als kondensiertes Format, macht einmal mehr den Anspruch von rampenfiber deutlich, theoretische Auseinandersetzungen und performative Praxis zu verknüpfen. Für rampenfiber war es essentiell, einen queer-feministischen Raum zu schaffen. Die praktische Umsetzung dieser viel diskutierten Raumnahme in einem ansonsten heteronormativ geprägten Umfeld und die daraus resultierenden Maßnahmen sind genauso zu sehen wie ausgiebige Konzertmitschnitte und zahlreiche, spannende Inputs rund um die Fragen nach den eigenen als auch kollektiven politischen Forderungen.
Das nächste Screening findet am Mittwoch, den 15.06. 2011 um 21:30 (ACHTUNG – nicht wie gewohnt um 21:00) im Schikaneder statt. Wie immer bei freier Spende. Diesmal gibt es zwei spezielle Anlässe: Erstens findet das Screening im Rahmen der HomoBiTrans*Aktionswoche statt und zweitens feiern wir unser 2jähriges Bestehen. Daher freuen wir uns besonders auf dieses Screening und auf euer Kommen!
The Fridge under the Kitchenwagon
(Doku, L.Kühl/S.Grohmann/B.M
ooshammer, D 2008, 50 min., dt/engl. OV m. engl. UT)
Am Mittwoch, 18.05.2010 findet um 21:00 die nächste FRAME_in Session statt. Wie immer im Schikaneder – und bei freier Spende.
Red Without Blue
(Doku, B. Sebold, B.&T. Sills, USA 2007, 77 min., engl. OV.)
Mark und Alex werden als eineiige Zwillinge geboren und wachsen in einer us-amerikanischen Kleinfamilie unbesorgt auf – der eine trägt rot, der andere blau. Nun ist Mark schwul und lebt als Kunststudent in San Francisco. Alex gibt es nicht mehr – sie heißt nun Clair und lebt in transition MtoF. Ein gemeinsamer Selbstmordversuch in der Pubertät löst die innige Verbindung der Zwillinge auf, indem als Konsequnz eine räumliche Trennung seitens der Eltern auferlegt wird. Über zwei Jahre lang besteht kein Kontakt zwischen den Heranwachsenden – diese Distanz ist auch noch im Film spürbar. Durch die lange Zeit, die die Filmemacher_innen das Leben der Familie begleiten, werden Veränderungen in den Beziehungen wahrnehmbar.
Mit „Red Without Blue“ ist den Regisseur_innen ein Werk gelungen, das selten im Genre des Dokumentarfilms zu finden ist: sehr intime Einblicke in die emotionale Welt einer von Krisen gebeutelten Familie, ohne sich voyeuristischen oder verurteilenden Blicken hinzugeben.
Der Film birgt Unmengen an berührenden Momenten, gibt Einblicke in die Dynamik intrafamiliärer Strukturen und lässt die Protagonist_innen ihre Standpunkte und Handlungsweisen ausführlich schildern. Ein bemerkenswerter Film über bemerkenswerte Lebensgeschichten!
FRAME_in wird unterstützt von den Grüne Andersrum Wien und Radio Orange 94.0.
Interview mit Magda Wystub
Hintergrundinformationen zu dem Film “Yes, We Are” über lesbischen Aktivismus in Polen.
Das Interview wurde im Rahmen von Crossing Europe 2011 aufgenommen und kann hier nachgehört werden:
Dauer: 30 min.
Dieses FRAME_in Screening ist Teil des Abendprogramms der Konferenz „Import – Export – Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion“, organisiert vom Referat Genderforschung an der Universität Wien und findet am Freitag, den 29. April um 22:00 Uhr im Schikaneder bei freier Spende statt.
Yes we are!
(Magda Wystub, D 2011, 70 Min., poln. OV m. engl. UT)
Der Dokumentarfilm portraitiert die vielfältigen Strategien der Lesbenszene in Polen, um sich in einer homophoben Umgebung behaupten zu können. Unter den Protagonistinnen finden sich die bekannte feministische Radio-Journalistin Anna Laszuk – die sich vor ca. drei Jahren als zweite
Frau in Polen öffentlich geoutet hat – politische Aktivistinnen der Gruppe „kvir sfera“ („queere Sphäre“) – die vor zwei Jahren das queer-feministische Zentrum in Warszawa eröffnet haben – und nicht zuletzt zwei ältere Aktivistinnen, die über die Anfänge der polnischen Lesbenbewegung in den 90ern sprechen.
Die vielschichtigen Empfindungen und Analysen sowie der heterogene Alltag der Protagonistinnen vermitteln dabei gleichzeitig einen breiten Einblick in das allgemeine politische Klima, sowie die gesellschaftlichen Umbrüche in Polen.
Nach dem Screening gibt es im Schikaneder Foyer Party mit DJ Tori Misspeling und DJ DAS_EM!
FRAME_in wird unterstützt von den Grüne Andersrum Wien und Radio Orange 94.0.
Von Frauen in Hosen und blauen Strümpfen
Die nächste Frame_in Session widmet sich aus aktuellem Anlass dem Thema Frauenbewegung, und findet am Donnerstag dem 17.03 um 19:00 im Schikaneder bei freier Spende statt.
Mitten im Malestream
(Helke Sander, D 2005, 92 Min., Doku)
In Deutschland formierte sich die Neue Frauenbewegung 1968 im Rahmen der Studierendenbewegung mit dem Kampf dafür, Frauen die Möglichkeit zu geben Kinder zu bekommen ohne dadurch Nachteile zu erfahren und ins gesellschaftliche bzw. berufliche Abseits zu geraten. Richtungsstreits bezüglich grundlegender Fragen wie „Was eint uns, was trennt uns?“ oder „Was ist Gleichberechtigung, w
as ist Befreiung?“ führten die Neue Frauenbewegung bereits Anfang der siebziger Jahre in eine Krise.
Als Alice Schwarzer 1971 die §218-Kampagne zur Regelung von Abtreibung nach Deutschland brachte, übernahmen die bestehenden heterogenen Gruppen diese als gemeinsames Ziel. Durch die Durchsetzung der Antibaby-Pille gerieten Frauen mit Kindern samt ihren Forderungen zu Mütter- und Kinderpolitik, Gebärstreik, das Selbstverständnis von Männern als Väter, die Auseinandersetzung mit den beiden christlichen Kirchen und das Nachdenken über neue stabile Lebensformen für Kinder und Erwachsene in die Minderheit.
„Mitten im Malestream“ macht eine Fülle alter Dokumentarmaterialien von Filmemacherinnen, Journalistinnen und Medien-Avantgardistinnen wieder sichtbar und unterlegt damit eine Diskussionsrunde zu den Kernfragen der Neuen Frauenbewegung, die im Herbst 2004 in Berlin stattfand.
Im Anschluss an das Screening findet ein Gespräch mit der Historikerin und Kulturvermittlerin Petra Unger statt.
FRAME_in wird unterstützt von den Grüne Andersrum Wien und Radio Orange 94.0.
Von Glatzen, Schnauzern und Testosteronexperimenten
Die nächste FRAME_in Session findet am 16.02 ab 19:00 - wie immer im Schikaneder (bei freiem Eintritt) – statt:
VENUS BOYZ
(Gabriel Baur – CH 2001, 104 Min., OmU)
Die filmische Reise beginnt im legendären Club Casanova in New York und führt durch das Universum weiblicher Männlichkeit. Eine Odyssee durch Welten jenseits der Geschlechtergrenzen, in welcher Frauen zu Männern werden - die einen für eine Nacht, die andern für ihr ganzes Leben: was bewegt sie, was verändert sie, wovon träumen sie?
Drag Kings verwandeln sich lustvoll in ihre Alter egos, parodieren sie, erkunden männliche Erotik und Machtstrategien. Wir begleiten die Amerikanerin Mildred, die tagsüber in einem Büro arbeitet und abends als sexy Dréd das Publikum mit ihren Songs verzaubert. Wir begegnen auch einem bekannten Drag King aus Deutschland, Bridge Markland, der das Extrem und die Provokation sucht und über seine bisexuelle Identität sinniert. Und wir kommen auf die Spur von Drag King-Pionierin Diane Torr, die uns in die Geheimnisse männlicher Körper- und Machtstrategien einweiht.
In London treffen wir Del LaGrace Volcano und treten mit ihm in die Welt der körperlichen Transformation ein. Er gehört zu einer Londoner Gruppe von ‘neuen’ Männern, die mit Testosteron experimentieren. Sie bezeichnen sich auch mal als Cyborgs und sprechen direkt und offen über ihre Erfahrungen und Sehnsüchte.
Ein intimer Film über Menschen, die zwischengeschlechtliche Identitäten kreieren und leben - als Performance, Subversion oder existentielle Notwendigkeit.
Gesponsert durch die Autorin und Regisseurin Gabriel Baur.
Von Razzien, Grazien und zu vielen Rüscherln
Am Mittwoch dem 19.01 startet um 19:oo die nächste FRAME_in Session im Schikaneder.
„Ich hab in meinem Leben vielleicht ein bisserl zu viel Rüscherlbluserl angehabt, obwohl ich gar nicht der Typ dafür bin.“ (Rosmarin Frauendorfer im O-Ton)
verliebt, verzopft, verwegen.
(Österreich 2009, 64min, Farbe und S/W)
Die Regisseurinnen Katharina Lampert und Cordula Thym begeben sich auf die Spuren von Lebensmodellen und Netzwerken lesbischer Frauen im Wien der 1950er und 60er- Jahre. Drei Zeitzeuginnen, die sich zu jener Zeit in der Szene bewegten, schildern auf eloquente, unterhaltsame und erfrischend (selbst-)ironische Weise wie sie trotz der gesellschaftlichen Hindernisse und ohne positive lesbische Vorbilder ihre eigene Identität finden konnten.
Die queere Szene war anno dazumal – sofern es sie überhaupt gab – schwul. In den vereinzelten Lokalen fanden regelmäßig Polizeirazzien statt, bei denen sich Lesben und Schwule möglichst „normal“ verhalten und als Hetero-Pärchen ausgeben mussten. Lesbisches Leben fand großteils im Privaten statt. Bilder davon gibt es in Österreich – mit Ausnahme der gut dokumentierten 1970er, in denen die Lesbenbewegung politisch wie medial durchaus präsent war – sehr wenig.
In ihrer 5jährigen Recherche- und Überzeugungsarbeit erhielten die Filmemacherinnen zahlreiche Absagen auf Interviewanfragen. Dass es Lesben in Politik, Wirtschaft, Kultur, in Schulen gibt, ist eine Tatsache. Die Tendenz zur Unsichtbarmachung in der Gesellschaft ebenso. Die preisgekrönte Dokumentation „verliebt, verzopft, verwegen” ist ein wichtiger Film, damit sich das endlich ändert.
„Ihre berührenden und amüsanten Geschichten machen diesen Film zu einem kostbaren Dokument; eine facettenreiche Darstellung dieser Zeit, die zum Nachdenken über eigene Lebenswege anregt.“ (Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2009)
Filmemacherinnen und Protagonistinnen sind für Q&A nach dem Film anwesend.
FREIE SPENDE zu Gunsten der Filmemacherinnen.
Von schwulen Lesben und lesbischen Schwulen
FRAME_in startet wieder und dekonstruiert gleich die eigenen Vorgaben: Das nächste Screening fokussiert sich nicht ausschließlich auf das Genre des Dokumentarfilms.
Fucking different TEL AVIV
In der dritten Auflage der FUCKING DIFFERENT-Kurzfilmanthologie beschreiben 16 schwule und lesbische Filmemacher das Leben und die Liebe in Tel Aviv. Wie in den vorangegangenen Ausgaben – die erste, aus Berlin (2005), die zweite, aus New York… (2007) – wurden lesbische Filmemacherinnen aufgefordert, ihre Vorstellungen und Beobachtungen zur schwulen Erotik und Sexualität zum Thema zu machen, wie auch umgekehrt schwule Filmemacher gebeten wurden, sich mit dem lesbischen Leben in der israelischen Hauptstadt zu beschäftigen. Alle Themen, Genres und Erzählformen waren erlaubt, allein Länge und Filmformat waren vorgegeben. Herausgekommen ist dabei eine gelungene Mischung aus Dokumentar-, Experimental- und inszenierten Filmen zu einem breiten und ausgesprochen unterhaltsamen Themenspek trum. Das könnte leicht zu einer einzigen Aneinanderreihung von Klischees, Vorurteilen und stereotypen Beschreibungen führen, doch die Produktionen der Filmemacher vermeiden diese Gefahr von Anfang an. Geistreich, schlau und ausgesprchen sexy, bieten die Filme dieser Kompilation außergewöhnliche Eindrücke von der weiblichen und männlichen Sexualität und Erotik.
